Spiegeltherapie bei Schmerzpatienten


Praxis für Ergotherapie - Cathrin Trauernicht

Spiegeltherapie

Das Therapieverfahren wurde von Vilayanur S. Ramachandran begründet (1996). Die Spiegeltherapie basiert auf neuesten Erkenntnissen der Reorganisationsfähigkeiten des Gehirns. Es zählt zu den Imaginationstherapien und wird zur Behandlung von Phantomschmerz nach Amputationen, Morbus Sudeck/CRPS und Hemiplegie eingesetzt.

Mithilfe eines Spiegels wird dem Patienten eine gesunde Gliedmaße vorgetäuscht. Diese Illusion wird im Lauf der Therapie trainiert und so ist es dem Patienten möglich die eigentlich amputierte oder verletzte Seite imaginär zu bewegen und schmerzentlastende Positionen einzunehmen.

Aufgrund neuester Forschungen weiß man, dass die Illusion einer gesunden, schmerzfreien und beweglichen Seite eine Reorganisation im somatosensorischen Kortex ermöglicht. Der somatosensorische Kortex ist der Ort an dem Tastemfinden sowie Bewegungsempfinden gespeichert und dargestellt werden. (Das heißt, auf der Organisationsebende im Gehirn wird eine bessere Darstellung der verletzten Hand erreicht.)

Die Repräsentation der Hand im Gehirn nimmt bei Nichtbenutzung, z.B. durch Ruhigstellung, sofort ab. Dies kann zu vermehrten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Durch die Stimulation des Gehirnareals und die Vergrößerung der „Landkarte“wird eine Schmerzlinderung erreicht, sowie eine verbesserte Tastwahrnehmung. Häufig geht damit auch ein Abschwellen der verletzten Hand einher.

Erklärung Phantomschmerz: Weiterführende Literatur:

Quelle: 2010, Vgl. Skript zur "Spiegeltherapie bei Schmerzpatienten", Susanne Glaudo und Prof. Dr. Christoph Maier - BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum